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Die Sanktionen gegen Syrien und die Syrer sind unverzüglich aufzuheben

2011 hat die Europäische Union beschlossen, Wirtschaftssanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die EU stellte sie als Sanktionen gegen Persönlichkeiten des Regimes“ dar, während sie in Wirklichkeit gegen das Land ein Ölembargo, eine Blockade jeglicher Finanztransaktionen und ein Handelsverbot für sehr viele Gütern und Produkte verhängte. Diese Maßnahmen sind immer noch in Kraft, während mit einer schwer verständlichen Entscheidung das Öl-Embargo 2012 für die Regionen, die von der bewaffneten und dschihadistischen Opposition kontrolliert werden, aufgehoben wurde. Damit sollen offenkundig den sogenannten „revolutionären Kräften und der Opposition“ wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

In diesen 5 Jahren haben die Sanktionen gegen Syrien dazu beigetragen, die syrische Gesellschaft zu zerstören: Sie liefern sie dem Hunger, Epidemien und Elend aus

und arbeiten somit den Milizen von Integralisten und Terroristen bei ihren Aktiviäten  in die Hand. Diese schlagen heute auch in Europa zu. Die Sanktionen verstärken noch die Schäden durch einen Krieg, der bereits zu 250.000 Toten, 6 Millionen intern Vertriebenen und 4 Millionen Flüchtlingen geführt hat.

Die Situation in Syrien ist verzweifelt: Es fehlt an Lebensmitteln, es herrscht eine allgemeine  Arbeitslosigkeit, medizinische Versorgung unmöglich, Trinkwasser und Strom werden rationiert. Dazu hindert das Embargo Syrer, die sich bereits vor dem Krieg im Ausland niedergelassen haben, daran, ihren Familien, die in Syrien geblieben sind, Geld zu überweisen. Selbst Nichtregierungsorganisationen sind bei ihren Hilfsprogrammen mit großen Problemen konfrontiert, wenn sie Geld nach  Geld schicken möchten. Firmen, Stromwerke, Wasserwerke, Krankenhausabteilungen sind gezwungen, zu schließen, weil sie keine Ersatzteile und kein Benzin bekommen können.

In dieser derzeitigen Situation sehen viele Syrer nur eine Möglichkeit zum Überleben ihrer Familien: die Flucht aus ihrem Land. Aber auch diese Lösung stößt auf nicht wenige Schwierigkeiten und hat zu vielen Diskussionen innerhalb der Europäischen Union geführt. Kann es hingenommen werden, dass die internationale Gemeinschaft diesen Menschen in ihrem Leid nur die Flucht als einzigen Ausweg lässt?

Wir unterstützen alle Initiativen humanitären Charakters und für den Frieden von Seiten der internationalen Gemeinschaft, insbesondere mittels der schwierigen Verhandlungen in Genf. In der Erwartung und der Hoffnung, dass sie nach so vielen bitteren Enttäuschungen ein konkretes Ergebnis bringen, fordern wir, dass die Sanktionen, die tagtäglich im Leben jedes Syrers zu spüren sind, unverzüglich aufgehoben werden. Ohne konkrete Bemühungen für die Menschen, die heute unter den Folgen des Embargos leiden, ist mit dem ersehnte Frieden nicht zu rechnen. Die  Auswirkungen des Embargos lasten auf einem ganzen Volk.,

Das Gerede über die Flüchtlinge aus Syrien, ist pure Heuchelei, wenn man zur selben Zeit fortfährt, denjenigen, die den Mut haben, in Syrien zu bleiben, auszuhungern, ihnen die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Arbeit, Sicherheit und die elementarsten Rechte verweigert.

Wir wenden uns deshalb an die Abgeordneten und Bürgermeister jedes Landes, damit

die Bürger der Europäischen Union über die Ungerechtigkeit der Sanktionen gegen Syrien informiert werden und die Sanktionen endlich Gegenstand einer ernsthaften Debatte und entsprechender Beschlüsse werden.

 

Unterzeichner:

Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo

Pierbattista Pizzaballa, Kustos emeritus des Heiligen Landes

Josef Tobji, Erzbischof der Maroniten von Aleppo

Boutros Marayati, Armenischer Bischof von Aleppo

Die Schwestern der Kongregation des heiligen Josef der Erscheinung des Krankenhauses „Saint Louis“ von Aleppo

Ordensgemeinschaft der Trappistinnen in Syrien

Dr. Nabil Antaki, Arzt in Aleppo von der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Maria

Die Schwestern der Kongregation der immerwährenden Hilfe – Zentrum für Minderjährige und Waise von Marmarita

Pater Firas Loufti, Franziskaner

Jean – Clement Jeanbart, griechisch-orthodoxer Erzbischof von Aleppo

Jacques Behnan Hindo, syrisch-katholischer Bischof von Hassake – Nisibi

Mtanios Haddad, Archimandrit der katholisch -melkitischen Kirche

Hilarion Capucci, emerit. Erzbischof der melkitischen griechisch-kath. Kirche

Ignaz Youssef III Younan, Patriarch der unierten syrisch-kath. Kirche von Antiochien

Georges Masri, Prokurator beim Heiligen Stuhl der syr.isch-kath. Kirche

Gregor III Laham, Patriarch der melkitisch griechisch-kath. K

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